…sondern überwinde das Böse durch das Gute!
Diese Aufforderung ergeht an uns im Römerbrief 12:21. Wie aber ist das gemeint?
Das hat zweierlei Bedeutung. Zum einen geht es um das Böse in der Welt, zum anderen um die Dämonen in uns selbst.
In Vers 2 heißt es:
Und stellt euch nicht dieser Welt gleich, sondern ändert euch durch Erneuerung eures Sinnes, auf dass ihr prüfen könnt, was Gottes Wille ist, nämlich das Gute und Wohlgefällige und Vollkommene.
Bedeutet das, dass wir uns von der Welt abschotten sollen? NEIN! Es bedeutet, dass wir uns durch Erneuerung unseres Geistes zum Besseren ändern sollen!
Wissen Sie, wie viele Menschen jeden Tag gegen ihre inneren Dämonen ankämpfen? Ich möchte nur ein paar Beispiele aufführen:
- Trockene Alkoholiker (oder solche, die es werden wollen)
- Drogenabhängige, die den Absprung geschafft haben (oder schaffen wollen)
- Spielsüchtige, die sich ihrer Sucht verweigern (oder sich verweigern wollen)
- Sexsüchtige
- Rachsüchtige
- …
„Rachsüchtige“??? Ja! Auch der Wunsch nach Rache kann eine Sucht werden!
Aber diesen Menschen ist eines gemeinsam: Sie stellen sich jeden Tag ihrer Sucht, häufig auch Süchten, um von ihnen wegzukommen oder sogar schon abstinent zu bleiben.
Diese Menschen haben sich ein großes Stück näher zu GOTT begeben, indem sie die Welt ein kleines Stückchen besser, oft auch sicherer machen.
Stellen Sie sich vor, dass es keine Drogenabhängigen mehr gäbe! Die Welt wäre frei von Drogenkartellen und viele durch „Drogenkriege“ Getötete, die oft völlig unbeteiligt waren, würden noch leben! Wäre das nicht in Gottes Sinn?
Stellen Sie sich vor, die Sexsüchtigen wären alle therapiert und „geheilt“ (eine Sucht kann man nicht wirklich heilen, aber abstellen), um wieviel weniger (Zwangs)Prostitution und damit verbundenes Leid würde es geben?
Indem also Süchtige ihre inneren Dämonen bekämpfen, machen sie die Welt besser und sicherer.
Der erste Schritt ist immer die Erneuerung des Geistes. Das Erkennen und Annehmen der Realität „Ich habe diese oder jene Sucht!“. Diese Erkenntnis ist oft sehr schmerzhaft.
Nehmen wir zum Beispiel Alkoholsucht. Die Meisten denken, dass sie mit Alkohol kein Problem haben. Oft denken sie das selbst dann noch wenn sie selbst schon erkennen, dass sie die Kontrolle über ihr Leben verlieren. Dass sie anfangen, vor ihrem privaten und dienstlichen Umfeld zu schauspielern um allen anderen, vor allem aber sich selbst nicht eingestehen zu müssen, dass sie krank sind! Die inneren Dämonen haben ganze Arbeit geleistet!
Dazu kommen Sprüche wie
- Kein Alkohol ist auch keine Lösung!
- Zwischen Leber und Milz
passt immer noch ein Pils - Wer saufen kann, kann auch arbeiten! (was eigentlich nur ein Spruch zur Selbstberuhigung ist, wenn man trotz schwerem Schädel am nächsten Tag arbeitet)
Solche Sprüche zeigen, wie sehr Süchte in unserer Gesellschaft und Kultur verankert und toleriert sind! Aber ist das deshalb auch richtig? Warum gibt es dann Entzugskliniken, wozu Sozialarbeiter, die sich um Süchtige kümmern und ihnen den Ausstieg aus ihrer Sucht zu ermöglichen suchen?
Weil selbst die Gesellschaft erkannt hat, dass etwas gewaltig schief läuft! Weil selbst unsere zivilisierte (Party)Welt verstanden hat, dass es so nicht weitergehen kann! Aber die zivilisierte Gesellschaft macht trotzdem genauso weiter, wie bisher. Für Kinder ist es kein Problem, an Alkohol zu kommen. Und obwohl unsere Allgemeinheit jedes Jahr für die Folgen von Süchten zum Beispiel über die Krankenkassen Milliarden aufbringen muss, hat die Gesellschaft kein Problem damit, dass Alkohol ganz einfach zugänglich ist, überall Alkoholwerbung hängt oder in Radio und Fernsehen verbreitet wird.
Und dann gibt es noch das „Drogenmerchandising“.
Kennen Sie diese Uhr, auf der groß steht „KEIN BIER VOR VIER!“ und jede Stundenzahl eine vier ist? das soll für Akzeptanz von Alkoholkonsum in der Gesellschaft sorgen. Es ist aber Gift für Diejenigen, die jeden Tag mit dem Dämon „Alkoholismus“ in sich selber kämpfen.
Wäre es nicht an der Zeit, diejenigen zu unterstützen, die durch die Bekämpfung ihrer inneren Dämonen aus der Welt einen besseren Ort machen?
Es geht nicht um das Glas Wein am Wochenende. Das sei hier betont! Es geht um das gezielte Entfremden von GOTT, das unserer Gesellschaft schadet.
Aber in Römer 12:21 geht es bei weitem nicht nur um Süchte. Es geht darum, dass wir alle uns jeden Tag hinterfragen.
- Habe ich gelogen?
- Habe ich jemandem etwas Schlechtes gewünscht?
- Habe ich jemandem wehgetan?
- Habe ich jemanden Beleidigt?
Sie stellen fest: Es geht um das gesellschaftliche Miteinander. Um den Respekt voreinander, um Ehrlichkeit, um Wahrhaftigkeit.
Seien Sie in diesem Sinne eingeladen, sich und Ihre Handlungen ständig zu hinterfragen. Tragen wir gemeinsam dazu bei, aus unserer Welt einen besseren, schöneren und sichereren Ort zu machen!
In diesem Sinne soll hier noch einmal an das folgende Zitat erinnert werden:
Achte auf deine Gedanken, denn sie werden Worte,
achte auf deine Worte, denn sie werden Handlungen,
achte auf deine Handlungen, denn sie werden Gewohnheiten,
achte auf deine Gewohnheiten, denn sie werden dein Charakter,
achte auf deinen Charakter, denn er wird dein Schicksal
Amen!
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